Marktwirtschaft reparieren.

Initiative

Wir setzen unseren Fokus in unserer Arbeit mehr auf politische als auf individuelle Veränderung, aber jeder kann dazu beitragen, dass bestimmte Debatten in der Öffentlichkeit geführt werden. Es braucht Zeit und Engagement, um bessere Regeln auf politischem Wege zu etablieren, und dafür sind Sie unverzichtbar. Wenn Sie wollen, dass nicht alles beim alten bleibt, müssen Sie diesem Projekt Zeit widmen. Diskutieren Sie mit Freunden und Unbekannten, überzeugen Sie mit unseren Thesen – oder helfen Sie mit, diese zu verbessern. Konfrontieren Sie die Eliten mit den dargestellten Vorschlägen und zeigen Sie Auswege aus dem gesellschaftlichen Dilemma auf. Eine freiheitliche, gerechte und nachhaltige Gesellschaft ist ein Ziel, für das sich Ihr Einsatz lohnt.

Unsere Aktivitäten beinhalten Veranstaltungen wie Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen, auf denen wir unsere Ideen gerne diskutieren. Wir freuen uns, Sie dort zu treffen oder zu einer Veranstaltung eingeladen zu werden. Gerne gehen wir dabei auf Ihre individuellen Wünsche und Fragestellungen ein. Für Anfragen durch Veranstalter und Presse stehen wir gerne zur Verfügung.

Wenn Sie unseren gelegentlichen Newsletter erhalten wollen, senden Sie uns gerne eine Nachricht. Spenden zur Unterstützung unserer Arbeit nimmt der gemeinnützige Förderverein Wachstumswende unter dem Stichwort „Marktwirtschaft reparieren“ gerne entgegen.

Veranstaltungen

Wir diskutieren gerne mit Menschen über unsere Ideen. Die nächsten Termine sind:

Bisherige Termine finden Sie auf den Seiten von Oliver Richters und Andreas Siemoneit.

Presse

Für Presseanfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Interviews

Forschung

Das Forschungsprojekt ist eine Kooperation des Instituts für zukunftsfähige Ökonomien (ZOE), der Wissenschaftlichen Arbeitgruppe nachhaltiges Geld und der Vereinigung für ökologische Ökonomie (VÖÖ). In diesem Rahmen wurden im Februar und November 2017 zwei Workshops durchgeführt.

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie in eine ähnliche Richtung arbeiten, auf der Suche nach einem Projektpartner oder einem Thema für eine Abschlussarbeit sind.

Wir liefern im Beitrag „How imperative are the Joneses? Economic Growth between Individual Desire and Social Coercion“ (VÖÖ Discussion Paper 4) eine sehr ausführlich begründete Definition des Begriffes „Wachstumszwang“, der bislang nur auf der Makroebene oder ansonsten eher umgangssprachlich definiert ist. Ausgehend von dieser Definition untersuchen wir dann verschiedene in der Literatur aufgestellte Hypothesen, dass Nachfrager (Konsumenten) oder Anbieter (Produzenten) aufgrund sozio-kultureller Mechanismen einem Wachstumszwang unterliegen würden (Stichwort „Wachstumsparadigma in den Köpfen“). Wir zeigen, dass diese Hypothesen nicht tragfähig sind: Entweder verweisen sie letztlich auf ökonomischen Druck (wozu auch Wettbewerbsvorteile durch sogenannte Innovationen gehören), oder sie erfüllen nicht unsere Anforderungen an einen Wachstumszwang.

Im Artikel „Effizienzkonsum: Produktivitätssteigerung als Beschreibungsrahmen bestimmter Konsum-Entscheidungen“ (VÖÖ Discussion Paper 3) diskutiert Andreas Siemoneit die These, dass Unternehmen und Konsumenten beide zahlreiche Güter kaufen, die sie effizienter machen. Dies erzeugt positive Rückkopplungen, die man als Wachstumszwang interpretieren kann. Für Unternehmen wird Effizienzsteigerung seit langem als Investitionsmotiv akzeptiert, aber weder Mikroökonomik noch Konsumsoziologie diskutieren sie auch nur als Konsummotiv.

Das Papier „Consistency and Stability Analysis of Models of a Monetary Growth Imperative“ (Ecological Economics 136, p. 114–25) ist die Analyse zweier Argumentationslinien, dass im Geldsystem an sich ein systemischer Wachstumszwang begründet liege: Verdächtigt werden zum einen zinstragendes Kreditgeld, zum anderen das Horten von Gewinnen durch die Geschäftsbanken. Beide Argumentationslinien sind aus unserer Sicht unplausibel und daher zurückzuweisen. Es gibt im Geldsystem keinen systemischen Wachstumszwang.

Der Artikel „Fear of stagnation? A review on growth imperatives“ (VÖÖ Discussion Paper 6) baut auf den beiden anderen auf und rundet unsere Analyse ab: Wir gehen durch die „klassischen“ und neuen Theorien, warum die Ökonomie einem Wachstumszwang unterliege: Geld, Wettbewerb und Gewinnorientierung, Technischer Fortschritt, staatliche Wachstumspolitik und sozio-kulturelle Mechanismen (wobei wir bei Geld und sozio-kulturellen Mechanismen auf unsere anderen Artikel verweisen). Unser Ergebnis ist eindeutig: Nur der sogenannte Technische Fortschritt, der recht einseitig menschliche Arbeit durch maschinellen Ressourcenverbrauch ersetzt, hat das Potential, eine auf Marktwirtschaft basierende Gesellschaft „in den Wahnsinn zu treiben“. Eine vordergründig treibende Kraft ist eine staatliche Wachstumspolitik, die jedoch vor allem auf die durch Prozessinnovationen verursachte „technologische Arbeitslosigkeit“ reagiert, welche durch neue Produktinnovationen nicht verlässlich kompensiert wird. Akkumulation, Ungleichheit und Kreditgeld (Finanzierung ohne vorhergehendes Sparen) verstärken das Problem durch verschiedene Effekte. Es ist also nicht so, dass nur ein Mechanismus „verantwortlich“ ist, aber wir betrachten Technischen Fortschritt (bzw. den entsprechenden Ressourcenverbrauch) durchaus als obersten Punkt in einer „Hierarchie der Ursachen“. Ein Ausweg aus dem Dilemma könnten institutionelle Verbrauchsbegrenzungen (Cap & Trade) und die Begrenzung von Akkumulation sein. Die Überwindung von Marktwirtschaft ist dafür nicht erforderlich.

Der deutschsprachige Übersichtsartikel „Wachstumszwänge: Ressourcenverbrauch und Akkumulation als Wettbewerbsverzerrungen“ im Sammelband „Postwachstumspolitiken“ (Hrsg. Adler/Schachtschneider) fasst unsere Ergebnisse relativ knapp, aber allgemeinverständlich zusammen. Nach einer Präsentation der Ergebnisse unserer Arbeitsgruppe diskutieren wir zwei Politikvorschläge etwas detaillierter: Institutionelle Verbrauchsbegrenzungen (Cap & Trade) und die Begrenzung von Akkumulation.

Wir arbeiten derzeit daran, die Diskussionspapiere in Fachzeitschriften zu publizieren, ein allgemeinverständliches deutschsprachiges Buch zu verfassen, und aus der Arbeit entstandene weitere Forschungsfragen zu beantworten.

Publikationen

  • qualitative Sozialforschung: empirische Überprüfung der These: Einkommen ist der entscheidende Faktor beim Wachstumszwang, im Gegensatz zu „Kultur“, vgl. VÖÖ Discussion Paper 4, Abschnitte 3–5.
  • Konsumsoziologie / Mikroökonomik: empirische Überprüfung der These des Effizienzkonsums, vgl. VÖÖ Discussion Paper 3.
  • Makroökonomik: empirische Unterfütterung des Energy-Growth-Nexus und der Auswirkungen von Ressourcennutzung auf Verteilung: Capital Skill Complementarity, Skill Premium.
  • Makroökonomik: Wachstumstheorie mit Humankapital und Energie / Ressourcen vgl. VÖÖ Discussion Paper 6, Abschnitt 3.3.
  • Monetäre Makroökonomik: Ist Vollgeld (oder eine andere Geldreform) ein sinnvoller Schritt auf dem Weg zu einer stabileren Ökonomie. vgl. geld-und-nachhaltigkeit.de, sowie Ecol.Econ. 136.
  • Sozialpolitik / Ökonomik: Wie wirksam sind die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen gegen leistungslose Einkommen / ökonomische Renten?
  • Sozialpolitik / Ökonomik: Untersuchung der wachstumsabhängigen Bereiche sozialer Sicherung, insbesondere Rente mit Blick auf Demographie, und das Gesundheitswesen vgl. VÖÖ Discussion Paper 6, Abschnitt 3.4.
  • Politikwissenschaft: welche Handlungsmöglichen sehen Politiker für sich, welche auch explizit nicht? Was müsste passieren, dass sich da tatsächlich was bewegt? Vgl. politische Ansätze im Sammelband Postwachstumspolitiken, Abschnitt 4–5.
  • Soziologie: Wie positionieren sich Menschen zu folgenden Themen:
    • Unaufhaltsamkeit des technischen (nicht sozialen!) Fortschritts
    • Unvermeidlichkeit und Notwendigkeit von Konzernen
    • Widerstand gegen Vermögensbesteuerung/-begrenzung, „verdienter Reichtum“
    • Tabuthema Bevölkerungspolitik